Wirtschaftlich betrachtet, ist der Betrieb eines BHKW (Blockheizkraftwerk) umso günstiger, je höher seine jährliche Laufzeit des BHKW ist. Der bestimmende Faktor ist der Wärmebedarf der „Verbraucher,“ das können sowohl Gebäude, aber auch Anlagen sein. Da Blockheizkraftwerke BHKW von der zugrunde liegenden Systematik auf gleich bleibend hohe Energieerzeugung ausgelegt sind, kommen sie primär als BHKW in der Industrie und im erzeugenden Gewerbe zum Einsatz, denn hier ist der Heiz- und Strombedarf relativ konstant und auf insgesamt hohem Niveau.
Die Wärmeversorgung von Wohneinheiten gibt hingegen für BHKW gänzlich andere Parameter vor, hier gibt es saisonal bedingte Heizperioden und täglich variierenden Energiebedarf –zu den Spitzenzeiten morgens und abends muss sehr viel Energie zur Verfügung stehen, während tagsüber und zur Nachtzeit der Bedarf sehr viel geringer ist. Für die Wärmebereitstellung und Beheizung von Wohnanlagen werden unsere BHKW deshalb zumeist nur auf ca. 25% des maximalen Wärmeleistungsbedarfs ausgelegt, die Spitzenlast morgens und abends wird mit konventionellen Heizkesseln abgepuffert.
Trotz des relativ geringen Leistungsanteils können so ausgelegte Blockheizkraftwerke BHKW ca. 70% der jährlich benötigten Heizenergie liefern. Noch besser wird das Ergebnis, wenn z.B. eine KWKK, also eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung installiert wird. Dieses System nutzt die BHKW Wärme, um über einen Absorberprozess Kälte herzustellen. Das ist in vielen Fällen wesentlich günstiger als die Kälte mittels teurem Strom in einer herkömmlichen Kühlanlage zu erzeugen. Als typische Anwendungsbereiche für BHKW sind hier Gewerbebetriebe mit Kühlanlagen, wie zum Beispiel Schlachtereien, aber natürlich auch Industrie- und Gewerbebereiche und Wohnanlagen mit Klimaanlagen zu nennen. Alles in allem gilt aber beim Einsatz von BHKW Technik in Wohnanlagen: Die Heizung macht den Strom.
Und weil diese Form der BHKW Energieerzeugung nachhaltig wirtschaftlich und umweltfreundlich ist, garantiert das novellierte Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz für BHKW Anlagen mit einer BHKW Leistung von bis zu 50 Kilowatt (kW), für den erzeugten Strom eine zehnjährige Bonuszahlung von 5,11 Cent/kWh. Zusätzlich erhält der BHKW Betreiber für den überschüssigen, ins öffentliche Netz eingespeisten Strom von seinem Netzbetreiber den 3-Monats-Durchschnitt des Grundlaststrompreises (Base Load) der deutschen Strombörse in Leipzig (EEX). BHKW für Wohneinheiten lohnen sich also in vielfacher Hinsicht.
« zurück zur Liste